SPDY hält Einzug in den Firefox

SPDY ist schon seit längerem im Chrome im Einsatz – hält sich dort aber im Hintergrund. Der Browser schaltet automatisch von HTTP um, wenn Daten von einem Google Server abgerufen werden. Da SPDY wie HTTP auf TCP aufsetzt, bedarf es in der Infrastruktur keiner Anpassung, allerdings muss der Webserver das Anfrageprotokoll unterstützen. Bisher tun das die wenigsten Webserver. Aber das könnte sich bald ändern.

Wie bekannt gegeben wurde, wird SPDY in den Mozilla Sourcecode aufgenommen und soll ab Version 11 freigegeben werden – also im ersten Quartal 2012. Damit kommt der potentielle HTTP-Nachfolger weltweit schlagartig auf 50% Marktanteil. Das macht es für die Hersteller von Webservern attraktiv, sich mit dem neuen Protokoll zu beschäftigen. Google hat bereits vorgelegt und ein bislang wenig verbreitetes Modul für den Apache Webserver und auch für NodeJS veröffentlicht.

Im Wesentlichen ist SPDY dem Hypertext Transfer Protocol überlegen, weil es sich besser an den aktuellen Anforderungen orientiert. Durch die steigende Komplexität von Webseiten werden pro Seitenaufruf mehr unterschiedliche Ressourcen (Text, Grafiken, Styles, Skripte…) benötigt. SPDY kann pro Anfrage mehrere Ressourcen auf einmal anfragen, führt eine Priorisierung ein und sorgt durch Komprimierung für weniger Traffic bei gleichzeitig hoher Sicherheit (durch Verschlüsselung). Darüber hinaus kann der Webserver den Client kontaktieren, um Ressourcen nachzuliefern.

Für Neugierige: Wie Golem berichtet, lässt sich SPDY im Tree „mozilla-inbound“ bereits aktivieren. Über about:config reicht dazu ein Eintrag true bei network.http.spdy.enabled.

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